Nachstehende Pressemeldung erschien in der Eppsteiner-Zeitung , die wir dankenswerterweise auf unserer Internetdarstellung veröffentlichen dürfen.

Ausgabe: 20/2009
Datum: 13.5.2009

 

Farbenfrohes Europa-Fest – nur die Eppsteiner fehlten

Seit über acht Jahren gehören Sheila Skinner und ihr Mann David nun schon der „Kenilworth Twinning Association“ an. Und das aus gutem Grund: Die in Coventry lebenden Skinners sind echte Kosmopoliten, die nicht nur fließend Deutsch, sondern auch Französisch und Spanisch sprechen. „Wir sind sehr am Gedanken des gemeinsamen Europas interessiert“, erklärt Sheila Skinner, die zum Vorstand der „Kenilworth Twinning Association“ gehört. In Eppstein habe man in den vergangenen Jahren echte Freunde gefunden, schildert die Engländerin, die eng mit der Familie Fluch befreundet ist. „Städtepartnerschaften geben den Menschen die Gelegenheit, andere Länder und deren Sitten und Gebräuche kennen zu lernen“, erklärt Sheila Skinner und deutet begeistert auf die Männer der Eppsteiner Stadtwache, die in ihren mittelalterlichen Kostümen auf der Bühne des Burghofes stehen.

Bei strahlendem Sonnenschein fand am Sonntagnachmittag die alljährliche Europa-Party auf der Burg statt, die in diesem Jahr ganz im Zeichen des 15. Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Kenilworth stand. Zu der 15-köpfigen Delegation aus dem englischen Kenilworth gehörte auch Malcolm Trewick, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins.
Über 50 Gäste waren aus Eppsteins französischer Partnerstadt Langeais angereist, darunter Patricia Sahuc, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Auch die französische Partnergemeinde von Kenilworth, Bourg-la-Reine, war mit einer kleinen Delegation bei der Europa-Party vertreten.
Eröffnet wurde das multikulturelle Programm auf der Burg mit einem Auftritt der Samba-Trommelgruppe der Musikschule Eppstein-Rossert. Stadtrat Dr. Christian Weiser begrüßte stellvertretend für den Ersten Stadtrat Peter Reus die über 250 Besucher im Burghof. Um die Ansprachen auch für die ausländischen Besucher verständlich zu machen, übersetzten Sheila Skinner und Arnold Wasserstraß die Reden simultan ins Englische und Französische.
Nicola Beer (FDP), Staatssekretärin für Europa im Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa betonte in ihrer Ansprache, dass ein solches Fest den Menschen die Gelegenheit gebe, Europa ganz bürgernah zu erleben. „Wir einigen keine Staaten, wir bringen Menschen einander näher“, zitierte Nicola Beer den französischen Staatsmann Jean Monnet. Das vereinte Europa sei eine Chance, Menschen über Kultur- und Wertegrenzen zueinander zu bringen. Ebenso wie Festredner Thomas Mann (CDU), betonte Nicola Beer die Wichtigkeit der Europawahl am 7. Juni: „Brüssel ist nicht weit weg.“ Die Europawoche in Eppstein sei mit ihrem informativen und vielfältigen Programm eine gute Chance für die Bürger gewesen, sich über die Europapolitik zu informieren und die Parlamentarier aus Brüssel hautnah zu erleben.
„Die Eppsteiner haben das Problem der Europawahl ganz schlau gelöst“, witzelte Thomas Mann, Mitglied des europäischen Parlaments, in seiner Ansprache, „indem sie die Wahl mit der Bürgermeisterwahl zusammen gelegt haben.“ Europa habe in den vergangenen Jahren der Versuchung widerstanden nationale Wege zu gehen: „Es ist uns gelungen, einen gemeinsamen Weg zu finden“, betonte Thomas Mann, „in einer europäischen Union, die die Belange aller ihrer Mitgliedstaaten ernst nimmt.“
Freundschaften, die durch Städtepartnerschaften und Austauschprogramme an Schulen entstünden, seien die Basis eines starken Europas, sagte der Abgeordnete des europäischen Parlaments, der für seine Ansprache viel Applaus erntete.
Der Posaunenchor der evangelischen Talkirchengemeinde zollte den Gästen aus England und Frankreich mit deren jeweiligen Landeshymnen Respekt.
Anschließend führten über 60 Schüler der Musikschule Eppstein-Rossert folkloristische Tänze aus ganz Europa auf: Die Kinder im Alter zwischen fünf und acht Jahren präsentierten unter anderem eine schwedische Polka und einen mittelalterlichen Rundtanz, der sowohl in England, als auch in Deutschland und Frankreich getanzt wurde. In ihren gewohnt farbenfrohen Kostümen boten die kleinen Tänzer einen schönen Anblick.
Neben einer großen Jubiläumstorte mit Wappen und Widmung, die Isabell Fritzsch extra fürs Partnerschaftsjubiläum mit Kenilworth gebacken hatte, wurden für das leibliche Wohl der Besucher auch Rotwein und Ziegenkäse aus Langeais angeboten. Die Damen von „Europart“ boten am Kuchenbüffet süße Leckereien an, während die Stadtwache Getränke ausschenkte. Wer das Jubiläum lieber mit einem prickelnden Glas Sekt begießen wollte, wurde an der Sektbar des Burgvereins versorgt. Auch der Gesangverein „Liederkranz“ Bremthal beteiligte sich mit mehreren europäischen Liedern an der Europa-Party.
Trotz der guten Stimmung auf der Burg zog Christine Baum für die Europa-Woche eher eine ernüchternde Bilanz. „Leider wurden die Veranstaltungen von den Bürgern nur schwach angenommen“, bedauert sie. Dabei habe vor allem die Podiumsdiskussion „Europa vor der Wahl“ am Samstag eine Möglichkeit geboten, sich genauer über die Europawahl zu informieren. kmk



Die Tanzgruppen der Musikschule führten europäische Folkloretänze auf. Fotos: Palmert-Adorff


Die Saitenspielgruppe der Musikschule Eppstein-Rossert wartet auf ihren Auftritt

 

Aktualisierung: 10.02.2010
© Europart Eppstein e. v.

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