|
24 Eppsteiner besuchten fünf Tage Eppsteins
Partnerstadt Aizkraukle in Lettland und Riga. Der Reisebus, der sie vom
Flughafen abgeholt hatte, brachte die Eppsteiner als erste Station zum
Friedhof von Riga. Am Grab des von Eppsteinern wie Aizkrauklern verehrten
Bürgermeisters der Partnerstadt, Vilnius Plume, gedachten die
Europartmitglieder des Verstorbenen in Gegenwart des jüngsten Sohnes
Plumes.
In einem kleinen Museum in Aizkraukle
begrüßte der Nachfolger Plumes, Leons Lidums, die Reisegruppe aus der
Burgstadt nach ihrer Ankunft. Zusammen mit anderen Arbeiten waren im
Museum Sylvia Fluchs Seidenmalereien zu sehen. Lidums hob hervor, dass
Frau Fluch die Seidenmalerei nach Aizkraukle gebracht habe. Es sei ihr
Verdienst, dass diese Technik an der Kunstakademie wie der Volkshochschule
gelehrt und praktiziert werde, sagte er. Sylvia Fluch hatte Material und
ihr Wissen zur Verfügung gestellt. Nach fast 20 Jahren wird sie jetzt mit
ihrer Seidenmalerei aufhören und im Laufe des Jahres Seidenballen, über
100 Liter Malfarbe, Rahmen, Pinsel und vieles mehr an die lettische
Malschule schicken. Im Spitzenmuseum in der befreundeten Partnerstadt
Kiskunhalas wird sie ein letztes Mal ausstellen.
Anlässlich des Stadtfestes erlebte die Gruppe am Abend am Ufer der Daugava
ein Folkloretanzfest mit über 5000 Tänzern aus dem Bezirk Vidzeme, deren
perfekt abgestimmte Tänze in bunten Kostümen begeisterten.
Die Reise ging am nächsten Tag mit dem Besuch eines Schicksalsgartens für
alle lettischen Opfer aus den vergangenen 100 Jahren weiter. Überrascht
war die Reisegruppe von einer nicht geplanten Schifffahrt in einem
nachgebauten Wikingerschiff auf dem Stausee. Anschließend brachte sie der
Bus zurück nach Riga, wo ein komfortables Hotel bezogen wurde.
Am Montag begann das umfangreiche Programm mit dem Besuch eines
Bio-Bauernhofes. An einem malerischen Platz wurden die Reisenden mit
Produkten aus der eigenen Landwirtschaft wie Piroggen, Brot, Käse, Milch,
Honig und Kuchen bewirtet. Die Fahrt führte nach informativen Gesprächen
weiter in den Gauja Nationalpark zur größten Sandsteinhöhle des Baltikums,
der Gutmannshöhle. Die Burgruine Sigulda und die Besichtigung des neuen
Schlosses folgten.
Nach einem Mittagessen im Gewölbe des Schlosses Birini, einem prachtvollen
Ensemble in einer riesigen Parkanlage, war Saulkrasti, zu Deutsch
„Sonnenufer“, an der Ostsee das Ziel. Bei 28 Grad Celsius und herrlichem
Wasser an der ‚weißen Düne’ machte der Ort seinem Namen alle Ehre. Zurück
in Riga gingen Unentwegte nach dem Abendessen im Vergnügungspark noch zum
Tanzen.
Zwei Tage im sonnigen und warmen Paris des Ostens beschlossen das
Programm. Mit 800 erhaltenen Gebäuden prägt der Jugendstil von bekannten
Architekten wie Michail Eisenstein das Bild der Neustadt von Riga. Aber
auch die Sehenswürdigkeiten der mittelalterlichen Altstadt mit den engen,
verwinkelten Sträßlein fanden bei den Eppsteinern Anklang: Große und
Kleine Gilde, Schwarzhäupterhaus, Pulverturm, der Dom und vieles mehr gab
es zu sehen. Beeindruckend waren auch die ehemaligen Zeppelin-Hallen, in
denen sich heute die Markthallen von Riga befinden, und die Brücken über
die Daugava. Die Eppsteiner genossen den phantastischen Blick auf die
Altstadt, die sich frei von Bausünden präsentiert.
Bevor die Reise ausklang, saßen die Eppsteiner bei einem Essen im
festlichen Rahmen zusammen und besuchten anschließend die lettische
Nationaloper, das größte und bekannteste Musiktheater des Landes. Mit
Giuseppe Verdis ‚Aida’ erlebten sie „eine phantastische Inszenierung,
sagenhafte Stimmen, eindrucksvolle Bühnenbilder und farblich stark
akzentuierte Kostüme“, wie Mitreisende vom kulturellen Höhepunkt der Reise
schwärmten.
Inzwischen ist ein Dankesschreiben aus Aizkraukle mit einer Urkunde für
Sylvia Fluch beim Vereinsvorsitzenden Franz Fluch eingetroffen.
Bürgermeister Lidums dankt für die Teilnahme am Stadtfest in Aizkraukle,
die Niederlegung von Kränzen am Grab des verstorbenen Bürgermeisters, die
Spende in Höhe von 1000 Euro an die Lettlandhilfe für Bedürftige und die
Überreichung von Hessenrosen der Stadt Eppstein.
Helga Neumann
|