Nachstehende Pressemeldung erschien in der Eppsteiner-Zeitung , die wir dankenswerterweise auf unserer Internetdarstellung veröffentlichen dürfen.

Ausgabe:25/2011
Datum: 22.6.2011

 

Eppsteiner in Aizkraukle und Riga – viel Folklore und Kultur

24 Eppsteiner besuchten fünf Tage Eppsteins Partnerstadt Aizkraukle in Lettland und Riga. Der Reisebus, der sie vom Flughafen abgeholt hatte, brachte die Eppsteiner als erste Station zum Friedhof von Riga. Am Grab des von Eppsteinern wie Aizkrauklern verehrten Bürgermeisters der Partnerstadt, Vilnius Plume, gedachten die Europartmitglieder des Verstorbenen in Gegenwart des jüngsten Sohnes Plumes.

In einem kleinen Museum in Aizkraukle begrüßte der Nachfolger Plumes, Leons Lidums, die Reisegruppe aus der Burgstadt nach ihrer Ankunft. Zusammen mit anderen Arbeiten waren im Museum Sylvia Fluchs Seidenmalereien zu sehen. Lidums hob hervor, dass Frau Fluch die Seidenmalerei nach Aizkraukle gebracht habe. Es sei ihr Verdienst, dass diese Technik an der Kunstakademie wie der Volkshochschule gelehrt und praktiziert werde, sagte er. Sylvia Fluch hatte Material und ihr Wissen zur Verfügung gestellt. Nach fast 20 Jahren wird sie jetzt mit ihrer Seidenmalerei aufhören und im Laufe des Jahres Seidenballen, über 100 Liter Malfarbe, Rahmen, Pinsel und vieles mehr an die lettische Malschule schicken. Im Spitzenmuseum in der befreundeten Partnerstadt Kiskunhalas wird sie ein letztes Mal ausstellen.
Anlässlich des Stadtfestes erlebte die Gruppe am Abend am Ufer der Daugava ein Folkloretanzfest mit über 5000 Tänzern aus dem Bezirk Vidzeme, deren perfekt abgestimmte Tänze in bunten Kostümen begeisterten.
Die Reise ging am nächsten Tag mit dem Besuch eines Schicksalsgartens für alle lettischen Opfer aus den vergangenen 100 Jahren weiter. Überrascht war die Reisegruppe von einer nicht geplanten Schifffahrt in einem nachgebauten Wikingerschiff auf dem Stausee. Anschließend brachte sie der Bus zurück nach Riga, wo ein komfortables Hotel bezogen wurde.
Am Montag begann das umfangreiche Programm mit dem Besuch eines Bio-Bauernhofes. An einem malerischen Platz wurden die Reisenden mit Produkten aus der eigenen Landwirtschaft wie Piroggen, Brot, Käse, Milch, Honig und Kuchen bewirtet. Die Fahrt führte nach informativen Gesprächen weiter in den Gauja Nationalpark zur größten Sandsteinhöhle des Baltikums, der Gutmannshöhle. Die Burgruine Sigulda und die Besichtigung des neuen Schlosses folgten.
Nach einem Mittagessen im Gewölbe des Schlosses Birini, einem prachtvollen Ensemble in einer riesigen Parkanlage, war Saulkrasti, zu Deutsch „Sonnenufer“, an der Ostsee das Ziel. Bei 28 Grad Celsius und herrlichem Wasser an der ‚weißen Düne’ machte der Ort seinem Namen alle Ehre. Zurück in Riga gingen Unentwegte nach dem Abendessen im Vergnügungspark noch zum Tanzen.
Zwei Tage im sonnigen und warmen Paris des Ostens beschlossen das Programm. Mit 800 erhaltenen Gebäuden prägt der Jugendstil von bekannten Architekten wie Michail Eisenstein das Bild der Neustadt von Riga. Aber auch die Sehenswürdigkeiten der mittelalterlichen Altstadt mit den engen, verwinkelten Sträßlein fanden bei den Eppsteinern Anklang: Große und Kleine Gilde, Schwarzhäupterhaus, Pulverturm, der Dom und vieles mehr gab es zu sehen. Beeindruckend waren auch die ehemaligen Zeppelin-Hallen, in denen sich heute die Markthallen von Riga befinden, und die Brücken über die Daugava. Die Eppsteiner genossen den phantastischen Blick auf die Altstadt, die sich frei von Bausünden präsentiert.
Bevor die Reise ausklang, saßen die Eppsteiner bei einem Essen im festlichen Rahmen zusammen und besuchten anschließend die lettische Nationaloper, das größte und bekannteste Musiktheater des Landes. Mit Giuseppe Verdis ‚Aida’ erlebten sie „eine phantastische Inszenierung, sagenhafte Stimmen, eindrucksvolle Bühnenbilder und farblich stark akzentuierte Kostüme“, wie Mitreisende vom kulturellen Höhepunkt der Reise schwärmten.
Inzwischen ist ein Dankesschreiben aus Aizkraukle mit einer Urkunde für Sylvia Fluch beim Vereinsvorsitzenden Franz Fluch eingetroffen. Bürgermeister Lidums dankt für die Teilnahme am Stadtfest in Aizkraukle, die Niederlegung von Kränzen am Grab des verstorbenen Bürgermeisters, die Spende in Höhe von 1000 Euro an die Lettlandhilfe für Bedürftige und die Überreichung von Hessenrosen der Stadt Eppstein.                                                                                                                           Helga Neumann
 


Beeindruckend: 5000 Folkloretänzer im Stadion Aizkraukle. Foto: privat


Sylvia Fluch (r.) und Museumsleiterin Dzientra
 

 

Aktualisierung: 27.10.2011
© Europart Eppstein e. v.

Home