Nachstehende Pressemeldung erschien in der Eppsteiner-Zeitung , die wir dankenswerterweise auf unserer Internetdarstellung veröffentlichen dürfen.

Ausgabe: 49/2010
Datum: 9.12.2010

 

Am besten direkt aus der Pfanne

Goldbraun brutzelten sie im Fett: Reinhold Lay, der Vorsitzende des Gesangvereins Sängerlust, wendete sie getreulich und Erika Messinger stapelte je drei Pannekuche auf die Teller der hungrigen Besucher. Die Pannekuchestubb gab dem kleinen Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz einst seinen Namen und ist bis heute ein Magnet geblieben.

Zwei Zentner Kartoffel hatten die Sänger reiben lassen. Emilie Kus hatte den Teig vorzüglich abgeschmeckt: Den Kaviar über den Messinger am Sonntagmittag laut nachdachte, brauchte es wahrlich nicht, um die Gusbacher Pannekuche zu adeln.
Seit einigen Jahren hat die rustikale Delikatesse Nachahmer beim großen Bruder der Niederjosbacher Pannekuchstubb, dem Eppsteiner Weihnachtsmarkt gefunden. Dort serviert der Burgverein am Wochenende die goldgelben Köstlichkeiten frisch aus der Pfanne und muss den Vergleich nicht scheuen (Programm auf Seiten 11/12/13).
Inge Reininger und Inge Alhäuser buken derweil Waffeln am Stand des TuS, der die Pannekuchestubb zusammen mit der Sängerlust ausrichtet. Der Erlös ist für neue Startblöcke für die Sportanlage am Lochberg bestimmt. Die Fußballer des TuS schenkten Glühwein aus. „Einige Kisten sind schon weg“, meldete Alexander Zeeck von der 2. Mannschaft gegen 15 Uhr. Bis die Bläser um 17 Uhr weihnachtliche Melodien anstimmten, kam noch einiges zusammen.
Franz und Silvia Fluch hatten am Stand von Europart am Morgen den größten Ansturm zu verzeichnen. Aktuelle Bestseller wie die historischen Romane von Iny Lorentz waren schnell weg. Die gebrauchten Bücher kosteten gebunden 2 und als Taschenbuch 1 Euro. Das ließen sich Bücherratten auch diesmal nicht entgehen. 550 Euro lagen am Ende in der Kasse. Was nicht verkauft wird, versuchen die Fluchs kistenweise bei einem Internet-Aktionshaus zu verscherbeln. Der Erlös kommt Bedürftigen in der lettischen Partnerstadt Aizkraukle zugute. Dort trifft die Finanzkrise die sozial Schwachen besonders hart. Fluchs fahren nächstes Jahr wieder hin und übergeben das Geld persönlich. Wer etwas für Notleidende in Aizkraukle beitragen will, kann eine Spende auf das Konto der Lettlandhilfe bei der Taunus Sparkasse, BLZ 512 500 00, überweisen: 630 011 47.
Wie Helene Hoffmann und Christine Schaaf mit ihren selbst genähten Püppchen und Bären und der Imker Göttnauer aus Niederjosbach beteuerte auch Ulrich Nickel aus Niederems: „Ich bin jedes Jahr hier“. Seine Leidenschaft gehört versteinertem, 290 Millionen Jahre altem Holz, das er in einer Kiesgrube bei Langen sammelt und Achaten aus Rheinhessen. Um sich das geologische Hobby zu finanzieren, verkauft er Mineralien auf dem Weihnachtsmarkt.
Die Umsätze am Stand des Eine-Welt-Kreises Eppstein helfen auch Kindern auf den Philippinen. Es gab getrocknete Mangos, Reis, Kakao oder Weihnachtsdekorationen. „Wir haben gut verkauft“, freute sich Hilde Picard am Nachmittag zusammen mit ihren Mitstreitern, die sonst mit ihrem Angebot im wahrsten Sinne des Wortes unverfroren beim Eppsteiner Wochenmarkt ausharren, um mit ihren fair gehandelten Produkten für ein bisschen mehr Gerechtigkeit auf der Welt zu sorgen. sp



Rainhold Lay und Erika Messinger brutzelten goldgelbe Kartoffelpuffer
in der Niederjosbacher Pannekuchestubb. Foto: Silvia Planz-von Hein

 

Aktualisierung: 27.10.2011
© Europart Eppstein e. v.

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