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Goldbraun brutzelten sie im Fett: Reinhold
Lay, der Vorsitzende des Gesangvereins Sängerlust, wendete sie getreulich
und Erika Messinger stapelte je drei Pannekuche auf die Teller der
hungrigen Besucher. Die Pannekuchestubb gab dem kleinen Weihnachtsmarkt
auf dem Dorfplatz einst seinen Namen und ist bis heute ein Magnet
geblieben. Zwei Zentner Kartoffel
hatten die Sänger reiben lassen. Emilie Kus hatte den Teig vorzüglich
abgeschmeckt: Den Kaviar über den Messinger am Sonntagmittag laut
nachdachte, brauchte es wahrlich nicht, um die Gusbacher Pannekuche zu
adeln.
Seit einigen Jahren hat die rustikale Delikatesse Nachahmer beim großen
Bruder der Niederjosbacher Pannekuchstubb, dem Eppsteiner Weihnachtsmarkt
gefunden. Dort serviert der Burgverein am Wochenende die goldgelben
Köstlichkeiten frisch aus der Pfanne und muss den Vergleich nicht scheuen
(Programm auf Seiten 11/12/13).
Inge Reininger und Inge Alhäuser buken derweil Waffeln am Stand des TuS,
der die Pannekuchestubb zusammen mit der Sängerlust ausrichtet. Der Erlös
ist für neue Startblöcke für die Sportanlage am Lochberg bestimmt. Die
Fußballer des TuS schenkten Glühwein aus. „Einige Kisten sind schon weg“,
meldete Alexander Zeeck von der 2. Mannschaft gegen 15 Uhr. Bis die Bläser
um 17 Uhr weihnachtliche Melodien anstimmten, kam noch einiges zusammen.
Franz und Silvia Fluch hatten am
Stand von Europart am Morgen den größten Ansturm zu verzeichnen. Aktuelle
Bestseller wie die historischen Romane von Iny Lorentz waren schnell weg.
Die gebrauchten Bücher kosteten gebunden 2 und als Taschenbuch 1 Euro. Das
ließen sich Bücherratten auch diesmal nicht entgehen. 550 Euro lagen am
Ende in der Kasse. Was nicht verkauft wird, versuchen die Fluchs
kistenweise bei einem Internet-Aktionshaus zu verscherbeln. Der Erlös
kommt Bedürftigen in der lettischen Partnerstadt Aizkraukle zugute. Dort
trifft die Finanzkrise die sozial Schwachen besonders hart. Fluchs fahren
nächstes Jahr wieder hin und übergeben das Geld persönlich. Wer etwas für
Notleidende in Aizkraukle beitragen will, kann eine Spende auf das Konto
der Lettlandhilfe bei der Taunus Sparkasse, BLZ 512 500 00, überweisen:
630 011 47.
Wie Helene Hoffmann und Christine Schaaf mit ihren selbst genähten
Püppchen und Bären und der Imker Göttnauer aus Niederjosbach beteuerte
auch Ulrich Nickel aus Niederems: „Ich bin jedes Jahr hier“. Seine
Leidenschaft gehört versteinertem, 290 Millionen Jahre altem Holz, das er
in einer Kiesgrube bei Langen sammelt und Achaten aus Rheinhessen. Um sich
das geologische Hobby zu finanzieren, verkauft er Mineralien auf dem
Weihnachtsmarkt.
Die Umsätze am Stand des Eine-Welt-Kreises Eppstein helfen auch Kindern
auf den Philippinen. Es gab getrocknete Mangos, Reis, Kakao oder
Weihnachtsdekorationen. „Wir haben gut verkauft“, freute sich Hilde Picard
am Nachmittag zusammen mit ihren Mitstreitern, die sonst mit ihrem Angebot
im wahrsten Sinne des Wortes unverfroren beim Eppsteiner Wochenmarkt
ausharren, um mit ihren fair gehandelten Produkten für ein bisschen mehr
Gerechtigkeit auf der Welt zu sorgen. sp |