Nachstehende Pressemeldung erschien in der Eppsteiner-Zeitung , die wir dankenswerterweise auf unserer Internetdarstellung veröffentlichen dürfen.

Ausgabe: 21/2008
Datum:  21.5.2008

 

Eppstein im Herzen Europas

 In über 25 Jahren hat Eppstein ein intensives Netzwerk europäischer Beziehungen geknüpft: Partnerschaften zu Langeais in Frankreich, Kenilworth in England und Aizkraukle in Lettland mit Leben erfüllt, freundschaftliche Kontakte mit dem thüringischen Schwarza und den Partnerstädten seiner Partnerstädte in Ungarn und Portugal gepflegt. 2002 gab’s dafür schon die Ehrenfahne des Europarates, am Samstag nun die zweithöchste europäische Ehrung, die Europaplakette des Europarates.

Zur Feier des Tages waren überall im Stadtgebiet die Flaggen der Partnerländer und die europäische Fahne gehisst. Neben der Europa-Plakette feierte Eppstein außerdem die zehnjährige Partnerschaft mit Aizkraukle.
Über 200 Besucher, darunter rund 60 Gäste aus den Partnerstädten, ließen sich die Zeremonie auf der festlich geschmückten Burg nicht entgehen. Edeltraut Gatterer, Ehrenmitglied der parlamentarischen Versammlung, überreichte Bürgermeister Ralf Wolter die rechteckige Messingplakette in einer dunkelblauen Schatulle – und wies schmunzelnd auf eine besondere Symbolik hin: „Die Gravur des europäischen Kontinents zeigt: Eppstein liegt im Zentrum Europas!“
Nur acht Städte in den 47 Mitgliedsländern des Europarates erhielten in diesem Jahr die Europa-Plakette, darunter auch Eppstein als erste Stadt in Hessen. Die Plakette wird übrigens in den nächsten Wochen im Bürgerbüro am Stadtbahnhof ausgestellt.
„Das ist wirklich eine hohe Auszeichnung“, betonte die Parlamentarierin: „Sie sind Vorbild und nehmen eine Vorreiterrolle in Europa ein, weil ein friedliches Zusammenleben keine Frage der Politik, sondern der Menschen ist“. Die ausgeprägte ehrenamtliche Struktur der Stadt und der Austausch zwischen den Städtepartnern auf allen Ebenen halte die Partnerschaften lebendig, ist Gatterer überzeugt.
Auch die Initiative für die Bewerbung entstand auf ehrenamtlicher Basis: Drei dicke Ordner stellte Europart-Chef Franz Fluch in monatelanger Arbeit für die Bewerbung zusammen. Minutiös belegte er die kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verbindungen der Eppsteiner Vereine und Organisationen in Europa. Ende 2006 bewarb sich die Stadt beim Europarat in Straßburg – und war gleich im ersten Anlauf erfolgreich. Vor rund einem Jahr erhielt der Magistrat die Nachricht, dass die Stadt ausgewählt worden sei.

Eppstein und seine Partnerstädte feierten die Europa-Plakette
Ob beim Europafest auf der Burg, beim Freundschaftsabend im Bürgerhaus, beim Ausflug in den Frankfurter Römer, an dem auch eine Klasse der Freiherr-vom-Stein-Schule mit ihrem Lehrer Reinhard Martin teilnahm – die Freunde aus den Partnerstädten, darunter auch Aizkraukles Städtepartner aus der ungarischen Stadt Kiskunhalas, genossen unbeschwerte Stunden und das Wiedersehen mit langjährigen und neuen Freunden.
Zahlreiche Vereine halfen der Stadt und dem Verein Europart beim Ausrichten des Festaktes zur Verleihung der Europa-Plakette und bewiesen damit die These des Europart-Vorsitzenden Franz Fluch: „Die Städtepartnerschaften sind die größte Bürgerbewegung Europas“. In der Ausstellung „Netzwerk der Freundschaft“ im Bürgerhaus hatte Europart die schönsten Ansichten aus den Partnerstädten zusammengestellt und wollte damit die Lust auf einen Gegenbesuch wecken.
Bürgermeister Ralf Wolter erinnerte in seiner Ansprache daran, wie viel reicher das Leben durch den Kontakt mit anderen Kulturen werde. Bestes Beispiel dafür lieferten die Aufführungen der beiden Musikschulen, Eppstein-Rossert und Aizkraukle. Die jungen Letten entzückten ihre Zuhörer mit dem melancholischen Charme der Lieder ihrer Heimat und dem fließenden Spiel auf der Kokle, der litauischen Harfe. Die Eppsteiner Jungen und Mädchen drehten sich in selbst genähten Kostümen auf der Bühne. Sie hatten europäische Folklore und mittelalterliche Tänze einstudiert.
Bei der Europahymne stimmten alle Zuhörer mit ein und sangen den Text in deutsch, französisch und englisch mit – Wer den Text nicht kannte, fand ihn in der Festschrift, die Europart eigens für die Verleihung der Europa-Plakette gestaltet hatte. Als Gastgeschenke für die Ehrengäste verteilte Franz Fluch Kochbücher mit Rezepten aus allen Ländern der Europäischen Union – natürlich in der jeweiligen Muttersprache. An der Spezialitätentafel im Burghof kredenzte Europart eine kleine Auswahl europäischer Köstlichkeiten.
Großen Anklang fand auch die Briefmarkenausstellung des Philatelisten und begeisterten Europäers Fritz Bertram aus Hannover: Er zeigte in der Kemenate seine Sammlung mit Sondermarken und Sonderstempeln des Europarates. Von den bunten Exponaten und seinen detaillierten Informationen über den jeweiligen Anlass in Straßburg waren Kinder wie Erwachsene gleichermaßen begeistert.
Am Sonderpostamt der Deutschen Post holte er sich das nächste Exemplar für seine Sammlung. Rita Dürschang vom DP-Team Hanau kam zeitweise kaum nach mit dem Stempeln von Briefmarken und der Erinnerungskarte an den Ehrentag der Stadt und erfüllte trotzdem möglichst jeden Sonderwunsch der Briefmarkenfreunde. Etwa für Gerhard Jung aus Eppstein, der die Sonderstempel möglichs akurat auf seinen Sondermarken wissen wollte. Der Philatelist war einer der ehrenamtlichen Helfer in der Briefmarkenausstellung. Beate Palmert-Adorf



Hatten gut lachen: Die jungen Musikerinnen aus Aizkraukle, Sylvia Fluch, Edeltraut Gatterer,
Franz Fluch und Ralf Wolter freuten sich über die Verleihung der Europaplakette


Mit ihrem Saitenspiel entzückten die Kinder der rhythmischen Früherziehung die Besucher des Europafests


Auch der Schulchor der Freiherr-vom-Stein-Schule war ganz auf Europa eingestellt


Der Gesangverein Liederkranz hatte zur zehnjährigen Partnerschaft zwischen Aizkraukle
und Eppstein das Lied „Put Vejini“ die heimliche Nationalhymne der Letten einstudiert.


ie Schützen aus Bremthal und Niederjosbach sprangen spontan f
ür die kurzfristig verhinderten Schwarzaer Schützen ein


Auch die Funkamateure des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC)
haben die Stadt bei ihrer Bewerbung um die Europa-Plakette unterstützt.

 

Aktualisierung: 10.02.2010
© Europart Eppstein e. v.

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