Mitten in die Zeit der Weinlese fiel die
Partnerschaftsfeier mit Langeais. Für die Weinbauern der Region Langeais
war das erste Oktoberwochenende, das die beiden Verwaltungen für den
zweiten Teil der 20-Jahrfeier ausgesucht hatten, ein ungünstiger
Zeitpunkt. Dennoch war den Weinbauern unter den Gastgebern die
Doppelbelastung nicht anzumerken. Sie empfingen die 67 Städtepartner mit
gewohnter Herzlichkeit. Wie immer waren die Gäste aus Eppstein bei
Familien untergebracht.
Europart-Mitglied Gisela Denzin fasste das ereignisreiche Wochenende
zusammen: Die offiziellen Feiern im Centre Culturel in Langeais wurden mit
einer Fotoausstellung über 20 Jahre Partnerschaft eingeläutet. Auch
Europart stellte auf sechs Bildtafeln seine Partnerstädte im ,Netz der
Freundschaft’ vor.“
Bürgermeister René Motard erinnerte in seinem Rückblick an die Entwicklung
der Freundschaft zwischen den beiden Städten. Besonderen Anteil daran
hatte als Mitbegründer der Partnerschaft der kürzlich verstorbene
Altbürgermeister Richard Hofmann. Dafür ehrte ihn die Gesellschaft mit
einer Schweigeminute. Stadtrat Jürgen Heine sprach in Vertretung für
Bürgermeister Ralf Wolter, Patricia Sahuc und Franz Fluch übernahmen das
Wort für die beiden Partnerschaftsvereine „Comité de Jumelage
Eppstein-Langeais“ und Europart Eppstein.
Rosemarie Pabel las einen bewegenden Brief von Ingrid Hofmann vor. Die
Witwe des Altbürgermeistersdankte für die herzliche Anteilnahme aus
Langeais zum Tode ihres Mannes. Unter den gegenseitigen Geschenken – Wein
aus dem Bourgueil und Bildbände von Taunus und Eppstein – war auch ein
Scheck über 4600 Euro, den Franz Fluch aus Fördermitteln der EU an die
Gastgeber überreichte. Zum Festessen wurde Rotwein und Eppsteiner Äppelwoi
gereicht. Als Mitbringsel hatten die Eppsteiner für jeden ihrer Gastgeber
ein Gläschen Eppsteiner Jubiläums-Äppelwoi-Gelee mit Calvados.
Das Gastkonzert des Hausmusikkreises in der Kirche Saint Jean Baptiste
wurde von Wolfgang Fuchs aus Schwarza geleitet. Anne Moreau aus Langeais
spielte die Bratsche, Edda Best war als Sopranistin mitgereist. Für den
gelungenen Vortrag ernteten die Musiker lang anhaltenden Applaus.
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Abend bei der Weinbruderschaft
Fripes-Douzils. Diesmal wurden Fritz-Günter Ernst vom MSC Ehlhalten, Horst
Fröhlich und Wolfgang Fuchs aus Schwarza darauf eingeschworen, nur noch
Bourgueil-Wein zu trinken.
Begeistert waren die Eppsteiner Gäste auch vom Kulturprogramm, das die
Gastgeber vorbereitet hatten: Sie besuchten die Abtei Fontevraud und das
Schloss Brézé samt seinem unübersichtlichen unterirdischen Höhlensystem.
Bis zu 30 m tief unter der Erde liegen ehemalige Wohnhöhlen, Ställe, eine
Seidenraupenzucht und eine Bäckerei.
Die 67 Verschwisterungsreisenden nahmen mit Wehmut Abschied und gaben
ihren Gastgebern vor dem Bus sogar noch ein Ständchen. „Wie gut die
Langeais-Reise angekommen ist, beweisen die Aufnahmeanträge von sieben
neuen Vereinsmitgliedern“, freute sich Europart-Vorsitzender Franz Fluch.
EZ
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