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Archiv-Artikel vom 10. Februar 2011, 18.20 Uhr (letzte Änderung 11. Februar 2011, 04.27 Uhr)
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AUF EIN WORTLettlandhilfe in Millionenhöhe |
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Im Sommer steht wieder eine Reise der Eppsteiner nach Aizkraukle
an. Was die Lettlandhilfe bisher erreicht hat, darüber hat HK-Redakteur
Frank Weiner mit Initiatorin Sylvia Fluch unterhalten. WEINER: Nach dem Beitritt der Letten zur Europäischen Union vor sechs Jahren – wie geht es den Eppsteiner Freunden jetzt? SYLVIA FLUCH: Es wurde seitdem sehr viel teurer – etwa Versicherungen oder Autosteuer – und vor allem auch sehr schwierig für die kleinen Bauern. Jedes Tier kostet Steuer, und ein Schwein oder eine Kuh wird gebraucht, um über die Runden zu kommen. Der EU-Eintritt wurde aber gerade in Aizkraukle sehr gefeiert und in ganz Lettland sehr begrüßt. Heute nach der Wirtschaftskrise ist alles noch teurer, und die Gehälter, Renten und sozialen Hilfen sind sehr gekürzt worden. Auch die Zahlungen vom Staat an die Stadt Aizkraukle sind rasant gekürzt worden. WEINER: Sie engagieren sich schon viele Jahre in der Lettlandhilfe. Wie fällt Ihre Bilanz bisher aus? FLUCH: Unsere Hilfe hat der Stadt sehr viel gebracht und sehr geholfen. Es waren 390 000 Euro in bar – die größte Summe ging an das Krankenhaus – und 7 Millionen Euro an Sachspenden mit 48 Transporten. Die Hilfe zur Selbsthilfe hat wirklich funktioniert. Die Stadt und alle Institutionen haben toll mit uns zusammengearbeitet – und was ganz wichtig war: Es ist alles dort angekommen, wohin es sollte. WEINER: Sind die Menschen noch genauso großzügig wie früher? FLUCH: Nein, leider nicht. Spendengelder kommen heute kaum noch. So waren es im Vorjahr nur 50 Euro. Die Hauptgelder bringt jetzt der Bücherbasar am 2. Advent in Niederjosbach. Wir machen aber auch keine großen Transporte mehr, mit dem Bargeld ist den Menschen mehr geholfen. Ein Transport hat allein 1900 Euro gekostet. Bei der Reise im Juni werde ich wieder 1000 Euro übergeben. WEINER: Was muss speziell noch in Aizkraukle getan werden? FLUCH: Heute würde ich sagen, Geldspenden sind sehr, sehr wichtig. Die Rentner haben kaum genug zum Leben, Arbeitslose bekommen kaum Geld, alles Soziale musste unheimlich gekürzt werden. Diese Gelder waren vor der Wirtschaftskrise schon sehr knapp bemessen und sind noch einmal um knapp 20 Prozent gesunken. Hier müssen alle zusammen bei der Hilfe ansetzen. WEINER: Wie kann die Reise nach Lettland dazu beitragen, die Hilfsaktion auszubauen? FLUCH: Wichtig ist vor allem der Kontakt, und dass er die Stadt kein Geld kostet. Fast alle Mitreisenden waren schon in Aizkraukle und kommen jetzt erneut mit. Das Land ist wunderschön, und vor allem die Menschen finden großen Anklang bei den Eppsteinern. Sie sind herzlich, bescheiden und freundlich. Für mich ist jede Reise etwas Besonderes, ich habe Wurzeln dort. Meine Familie waren Baltendeutsche, wir lebten seit dem 16. Jahrhundert dort. |
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Aktualisierung:
03.11.2011
© Europart Eppstein e. v.